Folgende email schickte ich neulich an BP:

Hallo BP,

ich möchte Ihnen einen Lösung anbieten bezüglich ihres Problems im Golf von Mexiko.

Als Poetry Slammer, Schriftsteller und Freidenker schreibe ich seit Jahren an einer an einer literarischen Serie, deren aktuelle Episode sich mit ihrem Missgeschick beschäftigt und einen unkonventionellen Lösungsvorschlag enthält. Ob die Realisierung dieses Lösungsansatzes tatschlich machbar ist, kann ich ihnen zwar nicht sagen, da ich kein Wissenschaftler bin, aber ich bin davon überzeugt, dass ein internationaler Konzern von ihrer Größe und Finanzkraft durchaus die Möglichkeit hat, Dinge möglich zu machen, die den meisten Menschen unmöglich erscheinen.

Falls Ihnen meine Idee doch zu abwegig erscheint, wünsche ich ihnen trotzdem weiterhin viel Erfolg bei der Beseitigung ihres kleinen Mißgeschicks. Sie wissen ja: Shit happens.

mit freundlichen Grüßen
Dennis Langer

Im Anhang befand sich folgender Text:

Herr von Runkenstein fördert Öl

Weil Erdöl im Laufe der Jahre immer teurer geworden war
beschloss Herr von Runkenstein
in die Ölbranche einzusteigen
und bestellte sich deshalb bei Amazon eine Ölbohrplattform
welche er sich von UPS in den Golf von Mexiko liefern
und dort von Amish und Tintenfischen aufbauen ließ
Danach fuhr er den Bohrkopf aus
und bohrte sich durch ein Fischerboot
einen Kilometer Wasser
zwei Buckelwale
drei Kilometer Felsen
eine Filiale der deutschen Post
und einen Atomschutzbunker aus der Kreidezeit
um schließlich auf Öl zu stoßen
welches nun endlich heraussprudelte
um anschließend abgefüllt
und nach China verschifft zu werden
wo man daraus vermutlich
billiges Plastikspielzeug für Happy-Meal-Tüten herstellte
Für einige Zeit lief auch alles gut
dann jedoch übergab sich ein Fischreiher
in die Frischwasserzufuhr des Karpfenteichs
weshalb einer der Karpfen den Feueralarm betätigte
worauf der Computer
da er kein Feuer feststellen konnte
vor einem Paradoxon stand
welches er löste
indem er einen Feuersalamander anzündete
und in einen Öltank warf
worauf die gesamte Ölbohrplattform explodierte
auseinanderbrach
und versank
dann nochmal kurz an der Oberfläche trieb
wieder explodierte und nochmal versank
auf dem Meeresgrund aufschlug
schon wieder explodierte
anschließend implodierte
dann nochmal kurz brannte
und zehn Minuten später an Herzstillstand verstarb
Als Herr von Runkenstein von diesem Unglück erfuhr
war er sehr froh
dass er aufgrund eines komplexen Gebildes
von Schein-, Tarn- und Tochterfirmen
einem großen Ölkonzern die Schuld in die Schuhe schieben konnte
beobachtete jedoch in den folgenden Wochen
mit wachsender Unzufriedenheit
dass sein kostbares Öl nicht nach China floss
sondern in den Golf von Mexiko
der sich nach wie vor weigerte
für die ununterbrochene Lieferung zu bezahlen
Aus diesem Grund wollte Herr von Runkenstein
zunächst einmal die Öllieferung stoppen
scheiterte jedoch an diesem Vorhaben
weil der Korken für das Loch
einfach nicht unter Wasser bleiben wollte
Als kurz darauf das Öl jedoch die Meeresströmungen erreichte
und somit ohne Transportkosten direkt nach China floss
beschwerten sich die Opec-Staaten über diesen Wettbewerbsvorteil
weshalb Herr von Runkenstein ihnen vorschlug
ihr Öl ebenfalls ins Meer zu kippen
oder alternativ den Ölpreis zu senken
was jedoch keinesfalls in Frage kam
weil man Greenpeace nicht verärgern wollte
Weil nun also sämtliche Ölquellen in die Weltmeere flossen
begann man damit
große Mengen Salzwasser unterirdisch einzulagern
um eine Erhöhung des Meeresspiegels zu verhindern
während Herr von Runkenstein einen Fischvirus entwickelte
der sämtliche Meereslebewesen
einer beschleunigten Evolution unterzog
damit diese sich an die veränderten Lebensbedingungen anpassen konnten
und in Zukunft nicht die Ölsardinen die Weltmeere beherrschen
Viel schwieriger war da schon
die Umsetzung eines weltweiten Rauchverbotes
welche über lokale Aufstände und Bürgerkriege
schließlich zum globalen Rauchergenozid führte
in deren Verlauf 17/18 der Weltbevölkerung
durch vergiftete Zigaretten zugrunde gingen
was sehr viel humaner war
als sie einem langen Lungenkrebsleiden
oder dem Feuertod durch entzündete Öldämpfe auszusetzen
Danach kam die Welt langsam zur Ruhe
und gewöhnte sich an die neue Situation
So waren sämtliche Energieprobleme gelöst
niemand hatte mehr Angst vor dem Peak Oil
steigenden Benzinpreisen
oder havarierenden Supertankern
die Erderwärmung war kein Thema mehr
weil nun genügend Energie zur Verfügung stand
um mit Milliarden von Klimaanlagen
die globale Wunschdurchschnittstemperatur zu halten
keiner musste mehr Angst vor Haiangriffen und Feuerquallen haben
weil Badeurlaub aus der Mode war
und man stattdessen lieber ins Freibad
oder an den örtlichen Badesee ging
und auch die Meerestierwelt war glücklich
weil sie niemand mehr jagte
da sie ja alle nach Altöl schmeckten
und so zogen glückliche Mutantenwale
in den Ölweltmeeren ihre Runden
und mussten sich höchstens vor hyperintelligenten Superhaien
mit Lasern auf den Köpfen fürchten
die bereits nuklearbetriebene Landpanzerschiffe bauten
um das trockene Element zu erobern
was Herrn von Runkenstein aber nicht weiter beunruhigte
da er einerseits bereits in Verhandlungen
mit dem Kaiser der Superhaie stand
und gleichzeitig dem Papst der Riesentintenfische
Waffenlieferungen für einen heiligen Krieg versprochen hatte
um die Haikräfte an einer zweiten Front zu binden
während er andererseits mit Hochdruck daran arbeitete
auch die Menschheit genetisch zu optimieren
um deren Lebensgrundlage auf Erdöl umzustellen
damit sie wieder die Früchte des Meeres fangen
essen
und ausrotten konnten
wodurch er das universale Gleichgewicht des Lebens
auf der Erde wieder herstellen würde
wofür Herr von Runkenstein
alle Nobelpreise gleichzeitig verdient hatte
und sicher auch bekommen würde
da alle potenziellen Konkurrenten Raucher gewesen waren

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Einen Tag später kam auch eine Antwort auf die Mail. Es ist offensichtlich eine Standardantwort, aber ich stelle mir lieber vor, dass sie den Text tatsächlich gelesen haben; dann wird sie noch etwas lustiger:

Sehr geehrter Herr Langer,

vielen Dank für Ihr Hilfsangebot, das wir sehr schätzen!

Da wir in Deutschland kein Ölbohrgeschäft betreiben, haben wir Ihre Mail an unsere Kollegen in den USA und das Einsatzteam vor Ort weiter geleitet.

Die dortige eMail-Adresse lautet: horizonsupport@oegllc.com

Zudem können Sie das Team in den USA auch direkt per Telefon erreichen: Unter der Hotline-Nummer +1 281-366-5511 können Sie Ihr Hilfsangebot persönlich vortragen.

Für den Fall, dass die Verwendung der von Ihnen angebotenen Dienstleistung bzw. Ihres Produktes in Betracht kommt, werden unsere Kollegen aus dem Einsatzzentrum mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Da uns gegenwärtig eine Welle von Hilfsbereitschaft und Kreativität aus der Bevölkerung erreicht, bitten wir Sie um etwas Geduld, wenn Sie keine sofortige Reaktion erhalten.

Wir danken Ihnen nochmals herzlich für Ihren Einsatz.

Mit freundlichen Grüßen

BP Europa SE Deutschland
Internet Service-Center

Keine Ursache, ich helfe doch gern!