Die ganze Zeit übelege ich: Was soll ich schreiben? Wie soll ich das, was gestern Abend passiert ist, kommentieren? Oder soll ich das nicht lieber den anderen überlassen?

Der Einstieg in die Zensur ist gemacht und der erste Befürworter einer Ausweitung scharrt schon mit den Hufen.

Killerspiele, na klar. Als nächstes kommt Dieter Gorny und fordert Websperren gegen Raubkopien. Dann wird der nächste Jugendschützer kommen und darauf hinweisen, das es trotz der Killerspielzensur immernoch genügend Sex und Gewalt, Kriminalität und Extremismus im Internet gibt, und so wird eine Seite nach der anderen hinter einem Stop-Schild verschwinden. Aus den Augen, aus dem Sinn, man wird uns glauben machen wollen, das die damit verschwundenen Probleme gleichzeitig verschwunden sind. Doch auch ohne Kinderpornos im Netz wird es weiterhin Gewalt und Missbrauch in Familien geben, auch ohne Killerspiele wird es Amokläufe von Schülern geben, die gemobbt werden und keine Zukunft für sich sehen und eifnach nur mit einem großen Knall aus der Welt verschwinden wollen. Symptombehandlung hat noch nie die Ursachen verschwinden lassen.

Wehret den Anfängen: Dieser Spruch ist seit gestern obsolet, wir sind bereits einen Schritt weiter. Doch aufgeben kommt nicht in Frage, wir sind viele und werden immer mehr. Wir sind die Zukunft und nicht dieses Pack, das im Bundestag sitzt und selbstherlich über unsere Köpfe hinweg regiert.

Doch zumindest eines hat diese Regierung geschafft: Mehr Leute als zuvor interessieren sich für das, was vor sich geht. Die 135.000 Unterzeichner der Petition sind nur die Spitze des Eisbergs. Das Netz ist nicht nur ein Medium, es ist ein Lebensraum, in dem die selben Rechte zu gelten haben, wie außerhalb; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und vor allem in Hinblick auf die kommende Wahl hat die Regierung einen Bock sondersgleichen geschossen, und jeder Mensch mit Verstand sollte sich fragen, wen er wählen wird.

Ich für meinen Teil hab die Antwort gefunden: Die Piratenpartei hat meine Stimme, meine Unterstützung und meine Solidarität. Im Moment sehe ich keine Alternative.

Zum Schluss übergebe ich an Rene von Nerdcore, der einen Brief an die Politik geschrieben hat, den ich jederzeit unterschrieben würde.

In dem Sinne:

Ich erlebe hier grade eine nahezu komplette Politisierung der deutschen Blogosphäre. Klar, is ja Wahlkampf. Aber in diesem Wahlkampf haben Sie uns heute den Krieg erklärt und diese eine Schlacht haben Sie vielleicht gewonnen, aber ich garantiere Ihnen in den Worten der vielleicht mächtigsten Website der Welt:

We are Anonymous.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
We will be heard.

Expect us.